Musik zum Träumen und Geschichten Nacherzählen


Mit einem tollen, lüpfigen und witzigen Auftakt begann das diesjährige Kirchenkonzert der Musikgesellschaft Wilderswil in der Kirche Gsteig/Wilderswil und endete traditionsgemäss mit dem Weihnachtslied «Stille Nacht».

Text und Bilder aus der Jungfrauzeitung vom 01.12.15 (Anita Schurter)

Feurig, mit Schwung und zum Teil mit einem überraschenden Schlussteil bei einigen Stücken präsentierte die Musikgesellschaft Wilderswil – mit Unterstützung vieler junger Musikanten – den letzten Höhepunkt ihres Vereinsjahres. Mit Liedern wie Lady Gagas Dance mix und «music was my first love» von John Miles integrierte sich der Nachwuchs der Jugendmusik perfekt in die «grosse Musik».

Musikalische Geschichten

Mit der «Feuerfest Polka» von Josef Strauss leitete die MG Wilderswil gleich zu Beginn des Konzertes über zu märchenhaften, besinnlichen aber auch passend zur Adventszeit wehmütigen und andächtigen Themen. So verzauberte der Walzer von Johann Strauss mit Schwung und einem überraschenden Schlussteil die Konzertgäste mit «Märchen aus dem Wiener Wald». «Viel Spass beim selber Ausmalen der Geschichten», bereitete der Moderator des Abends, Pfarrer Peter Hiltbrand, die Konzertgäste auf das Stück «La Storia» von Jacob de Haan vor. Schön und breit wie in einem Monumentalfilm präsentierte die Musikgesellschaft unter der Leitung von Roger Kipfer die Lieder mit lieblichen, entspannenden aber auch rasend schnellen Abschnitten.

Vielfältiges Programm

«Musik zum Träumen und Geschichten Nacherzählen», beschrieb Pfarrer Hiltbrand das Stück «simple gifts», einfache Geschenke. Die Melodien aus «The Lord of the Dance», arrangiert von Roland Smeets, waren immer schneller, höher und breiter werdende irische Rhythmen. «Sweet and low» von Joseph Barnby vereinte dann aber auch romantische, wehmütige und andächtige Klänge. Wie in einer wilden Diskussion präsentierten sich die Passagen bei «Farandole» von Georges Bizet, während passend zum Thema der Romantik-Epoche Hiltbrand vorgängig den Text eines Gedichtes vorlas.

Zum Schluss des Konzertes führte die Musik die Kirchenbesucher auf eine imaginäre Schlittenfahrt. Sogar mit täuschend echten Tönen des «Geissle chlepfenden» Kutschers. «I saw Mommy kissing Santa Clause» – ich sah Mami den Samichlaus küssen – ist ein Weihnachtslied von Tommie Conner, das erstmals Ende November 1952 als Single veröffentlicht wurde. Die Hintergrundgeschichte dazu erzählte Hiltbrand nicht ohne schmunzelnde Schlussbemerkung. Im Kerzenschein mit «Stille Nacht» endete das Konzert, und vor der Kirchentüre erhielten die Kinder und Jugendlichen vom Samichlaus mit Schmutzli ein Präsent. Für die Erwachsenen wurde Glühwein ausgeschenkt. Ganz speziell wartet am Chlausentag auf die jüngsten Musikanten noch ein weiterer musikalischer Jahreshöhepunkt. Ab 15.00 Uhr spielen sie im Kursaal Interlaken im Jugendmusikkorps beim Jahreskonzert mit.